Ein Anfang: The Life of … Jan Meiser

Es war im Januar diesen Jahres. Es fühlte sich an als sei eine Talsohle durchschritten. Ich war sortiert und suchte nach einer Geschichte. Etwas, das mich für eine Zeit beschäftigen und begleiten würde. Etwas, das ich begleiten könnte. Vielleicht sogar Menschen. Menschen mit einer Mission. Und ich bestenfalls nicht nur als stiller Beobachter oder Chronist, sondern als Teil des Ganzen, aus dem und im Inneren beschreibend. Und ich fand es. Eine neue Herausforderung. Eine neue Aufgabe. Eine Sprache suchen, die funktioniert und zugleich echt, ehrlich und anziehend ist. Eine Struktur schaffen, die Mensch, Sport, Aufgabe, Traum und Realität vereint. Ganz gleich ob Text, Bild oder Film. Ein Gefühl greifbar machen. Eine Geschichte erzählen.

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Eine kleine Randnotiz im Sportteil einer langweiligen Tageszeitung brachte mich dann nach Hellersdorf und kurz darauf saß ich Jan beim China-Imbiss, unweit der U-Bahn-Station Kaulsdorf-Nord, gegenüber und wußte schnell, dass ich mich, so denn Boxer und Team bereit wären mich mitzunehmen, mit auf den Weg machen und diesem Verbund anschließen würde. Auf den Weg zu Ruhm und Ehre. Auf den Weg zu Titeln. Auf den Weg zu einer Weltmeisterschaft. Da waren sie, die Menschen und die Mission. Und noch viel mehr: Da war etwas, das mich berührt. Etwas, das ich kenne. Egal ob sportlicher Aspekt und Leistungsanspruch, die Motivation und das Aufreiben, der Verzicht, die Schmerzen, die Angst, die Aggression, das Hochgefühl und die Genugtuung. Ich spüre sie bereits nach zehn Minuten am Sandsack. Was passiert erst mit dir, wenn du nach einem K.O. oder nach zwölf Runden, vor tausenden Boxfans, Zuschauern, Familie und Freunden den Gürtel holst?

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Geschichten haben nicht immer ein Happy-End. Manche Geschichten enden zudem nie, andere fangen erst richtig an, wenn sie vermeintlich bereits zu Ende erzählt wurden. In diesem Fall beginnt die Geschichte mit Respekt, Vertrauen und Glaube. Und geht natürlich weiter mit ganz viel Schweiß, mit Blut und Tränen, mit Rückschlägen, Enttäuschungen, Prellungen, Platzwunden und Erbrochenem. Denn von nichts kommt nichts. No pain, no gain! Boxen ist kein Klischee. Boxen ist immer konkret. Boxen ist Hobby. Boxen ist Beruf. Boxen ist Alltag. Daily business. Ich schau voller Spannung und Freude auf was da kommt. Wo der Weg den Boxer und den Menschen Jan Meiser hinführt. Was der Weg mit ihm macht. Was der Weg mit mir macht. Auf ICH BOXE erzähle ich davon.

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Die Photos sind von Marco Urban, der Jan Meiser 2014 für diese Aufnahmen begleitet hat. Die ganze Photoreportage “Portrait of a Boxer” findet sich hier.

Text: Johannes Finke

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