Alles ist möglich – Im September boxt Rico Müller in Berlin um die Weltmeisterschaft im Halbweltergewicht

Am 14. September boxt der 31jährige Rico Müller (25/2/1) aus Eberswalde in der Verti Music Hall Berlin um die Weltmeisterschaft im Superleichtgewicht nach Version der IBO und könnte mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Weltspitze machen. Wir haben seinem Promoter und Matchmaker Charlie Podehl ein paar Fragen gestellt.

Charlie, Glückwunsch, dein Boxer Rico Müller kämpft im September in Berlin gegen den in 22 Kämpfen bisher ungeschlagenen Argentinier Jeremias Nicolas Ponce um den Weltmeistertitel der IBO im Superleichtgewicht. Wie kam es zu diesem Kampf?

Wir hatten für diesen Zeitraum sowieso einen Titelkampf für Rico geplant. Nach Rücksprache mit verschiedenen Verbänden haben wir uns dann für die Option entschieden, um die Weltmeisterschaft der IBO im Halb-Weltergewicht bzw. Super-Leichtgewicht zu boxen. Da Rico schon in den Jahren zuvor erfolgreich seinen IBO-Intercontinental-Gürtel mehrfach verteidigt hatte, haben wir direkt die Chance auf die WM bekommen. Als Gegner mussten wir uns einen Gegner aus der Top 30 der verbandsinternen IBO Rangliste aussuchen. Nach Verhandlungen und Gesprächen mit verschiedenen Boxern, haben wir uns mit dem in 24 Kämpfen ungeschlagenen Argentinier Jeremias Nicolas Ponce geeinigt.

Rico Müller belegt Platz 25 in der mehr oder weniger unabhängigen Weltrangliste von Boxrec. Wie schätzt du diese Position ein und was könnte der Titelgewinn dieses IBO-Gürtels für Ricos weitere Zukunft bedeuten?

Boxrec gilt nunmal als DIE unabhängige Bibel und Rangliste des Boxens. Eine Position unter den Top 35 zu haben, ist für uns viel wert. Allerdings entscheiden in erster Linie noch immer die internen Ranglisten der großen Verbände, wer letztendlich berechtigt ist, um die begehrten Titel zu boxen. Sollte Rico den Titel gewinnen, ergeben sich verschiedene Möglichkeiten und alles ist möglich. Zuerst müssen wir aber sehen, wie wohl sich Rico in der neuen Gewichtsklasse fühlt.

Ab wann, wie, wo und mit wem wird sich Rico auf den Kampf gegen Jeremias Nicolas Ponce vorbereiten und wie stark schätzt du den Gegner, der erst zum zweiten Mal außerhalb Argentiniens boxt, ein?

Die Vorbereitung hat schon begonnen und ist in verschiedene Etappen aufgeteilt. Wir haben neben Cheftrainer Michel Trabant einen Ernährungsberater und Fitnesscoaches dazu geholt, die uns helfen sollen, ohne großen Substanzverlust Gewicht zu machen. Für die Sparringsphase werden wir einige Jungs aus der Umgebung, aber auch aus dem Ausland bei uns haben. Um auf alles vorbereitet zu sein, suchen wir Sparringspartner, die den kommenden Gegner bestmöglich imitieren können. Ponce schätzen wir als Gegner sehr stark ein. Er ist in 24 Kämpfen ungeschlagen und wird für den Titel und nicht für eine Riesenbörse nach Berlin kommen. Nach dem Kampf 2016 gegen Jeff Horn in Australien (Niederlage durch TKO in Runde 9), wird das für Rico die bisher größte Herausforderung.

Der Argentinier Jeremias Nicolas Ponce (24/0)

Der Hamburger Sebastian Formella boxt nächste Woche gegen Thulani Mbenge aus Südafrika um den IBO-Titel im Weltergewicht. Du bist gut mit ihm und seinem Team befreundet, gibt es da auch gemeinsame Trainingseinheiten und Sparring?

Basti und seine Jungs sind gut mit uns befreundet. Wir drücken uns gegenseitig immer die Daumen und bieten untereinander auch immer Hilfe an. Wir werden Hafenbasti in Hamburg auch vor Ort unterstützen, wenn er nächste Woche um die WM boxt. Eine gemeinsame Vorbereitung gab es aufgrund der unterschiedlichen Termine diesmal aber nicht.

Charlie, an welche Adresse können sich interessierte Sponsoren wenden, die Rico und/oder das Event im September unterstützen möchten und wo bekommt man für den Kampf am 14. September Tickets?

Sponsoring-Interessierte können sich direkt an mich wenden (den Kontakt leiten wir gerne weiter), ansonsten werden wir eine offizielle Veranstaltung auf Facebook erstellen, sowie eine eigene Internetseite für die WM einrichten. Tickets bekommt man ab den kommenden Tagen auf Eventim.de.

Abschließend noch eine Frage an dich als Boxexperten: Was denkst du über den Auftritt von Tom Schwarz in Vegas und was könnte in der Schwergewicht-Division künftig passieren?

Tom ist ein toller Sportler, der in Las Vegas zum ersten Mal das Champions-League-Parkett im Profiboxen betreten hat. Natürlich ist ein so schnelles Ende auf einer so großen Bühne für alle Beteiligten und Fans enttäuschend, aber, auch wenn es wie ein Klischee klingen mag, aus solchen Kämpfen kann man viel mitnehmen und sowieso heißt es nach Niederlagen einfach “Mund abputzen weiter machen”. Ich selbst musste mittlerweile ja auch schon den einen oder anderen unglücklichen Kampfverlauf begleiten (z.B. Jan Meiser vs. Reece Cartwright in Leeds) und weiß deshalb gut, wie sich das anfühlt. Für Tom Schwarz wäre es jetzt vielleicht nicht verkehrt, gegen starke deutschen Gegner auf die nächste große Titelchance hinzuarbeiten.

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