Die 12 vielleicht, vermeintlich, ziemlich wahrscheinlich besten Boxfilme aller Zeiten.

Die 12 vielleicht, vermeintlich, ziemlich wahrscheinlich besten Boxfilme aller Zeiten.

Boxen zu inszenieren und zu poetisieren ist keine leichte Aufgabe. Oft stehen Pathos, Kitsch und Klischees im Weg. Und nicht viele Filme über das Boxen kommen ohne diese Elemente der rührseligen Menschlichkeit aus. Und in Fight Club boxen die nunmal im Keller und nicht im Ring. Nun denn, wir haben mal die vermeintlich zwölf besten Filme über das Boxen zusammengestellt und nach internen Meinungsverschiedenheiten uns auch auf eine Reihenfolge einigen können. Hier das Ergebnis.

1. When we were Kings (1996)

Die Oscar-prämierte Dokumentation über den Schwergewichtskampf zwischen George Forman und Muhammad Ali 1974 in Zaire, dem sogenannten Rumble in the Jungle, zeigt die volle Bandbreite des Boxsports und die Bedeutung und gesellschaftliche Stellung, die seine Protagonisten einnehmen können bzw. die eine Gesellschaft ihnen zuweilen zutraut. Diese Doku zeigt die globale Größe und Faszination, die der Boxsport haben kann, die politische Kraft, die der Boxsport auszuüben im Stande ist und die immer wieder weit über den individuellen Traum von Ruhm, Erfolg und Geld hinausgeht.

2. Rocky (1976)

Ein Film, über den es nicht viel zu sagen gibt. Die Geschichte des Underdogs, der sich bis ganz nach oben kämpft und Weltmeister wird. Dazu eine Frau. Genau genommen diese eine Frau fürs Leben. Störrisch erzählt. Authentisch. Bewegend. Ein Klassiker der Filmgeschichte. Es sieht zwar etwas komisch aus, wenn er boxt, aber Sylvester Stallone hat dieser Figur etwas eingehaucht, was bei den Zuschauern auf der ganzen Welt und über die Jahre ankam: Ehrlichkeit. Gerade in Film- und Boxwelt etwas seltenes.

3. The Fighter (2010)

Dieser Film hat alles: Zwei Boxer, Halbbrüder, Freunde, Drogen, falsche Freunde, noch mehr Drogen, Ruhm, Fall, Niederlage, Knast, Schmerz, Kampf, Comeback und Überwindung. Das Leben von Micky Ward ist das eines Boxers, mit allen Höhen und Tiefen, Ecken und Kanten, Fehlern und Veränderungen. In diesem Film herausragend verkörpert von Mark Wahlberg. Fast noch brillanter, Christian Bale als Wards Halbbruder Dick Eklund, ebenfalls ein Profiboxer.

4. Wie ein wilder Stier (1980)

Wie viele Boxfilme im Allgemeinen und auch von dieser Liste, basiert dieser Film auf dem Leben eines Boxers. In dem Fall ist es Jake LaMotta, auch bekannt als The Bronx Bull. LaMotta war ein Kämpfer mit Herz und Nehmerqualitäten und wurde 1949 Weltmeister im Mittelgewicht. Robert De Niro erhielt für die Darstellung des aggressiven und selbstzerstörerischen italo-amerikanischen Boxers den Oscar.

5. Million Dollar Baby (2004)

Clint Eastwood inszenierte dieses Drama um verweigerte Liebe, komplexe Beziehungen, Traum, Albtraum und Erlösung. Frauenboxen bekommt mit Hillary Swank erstmals ein Leinwandgesicht. Ein sehr starkes und berührendes dazu. Und Morgen Freeman komplettiert das starke Ensemble eines Filmes, der die Tragik des Boxen und die Traurigkeit psychischer und physischer Verletzlichkeit auf eindrucksvolle Art und Weise erzählt und bebildert. Eine ehemalige Prostitutierte aus der ehemaligen DDR als Todesmaschine darf auch nicht fehlen. Ein bisschen Klischee muss dann doch sein.

6. Im Glanz der Sonne (1992)

In diesem Film ist Stephen Dorff noch ein süsser Junge inmitten seiner Adoleszenz. Im von Apartheid geprägten Südafrika der späten 30er und 40er Jahre kämpft er im und außerhalb des Rings gegen Rassismus und Ungerechtigkeit und stößt dabei an die Grenzen des eigenen Ichs. Armin-Müller-Stahl brilliert an Dorffs Seite als väterlicher Freund. Der vielleicht beste Jugendfilm über das Boxen. Denn Karate Kid hat ja bekanntlich Karate gemacht.

7. Der Boxer (1997)

Inspiriert vom irischen Boxweltmeister Barry McGuigan, der einst die Konfliktparteien auffordete, das Kämpfen ihm zu überlassen, erzählt der Film die Geschichte von Danny Flynn, der als 18-jähriger IRA-Sympathisant die Schuld an einem Bombenattentat übernimmt. Nach 14 Jahren wird er aus aus der Haft entlassen und eröffnet eine überkonfessionelle Boxschule, als Zeichen der Verständigung, des Friedens. Barry McGuigan sagte über Daniel Day-Lewis, den er für seine Hauptrolle trainierte und vorbereitete, dass dieser das Zeug zum Weltmeister gehabt hätte, wäre er jünger zum Boxen gekommen. Dementsprechend körperlich und intensiv sind die Boxszenen, eingebettet in einer Zeit und einem Konflikt, den wir fast schon vergessen haben.

8. Der Boxprinz (2000)

Norbert Grupe nannte sich „der Prinz von Homburg“ und war einer der schillerndsten und zugleich tragischsten Figuren der deutschen Boxgeschichte. Diese Doku zeigt Aufstieg, Fall und Stillstand eines begabten Boxers mit Popstar-Qualitäten, der über die eigenen Schwächen stolpert und fällt und der vielleicht auch symptomatisch für St. Pauli und das Milieu der 60er und 70er Jahre

9.Ali (2001)

Will Smith wurde für seine Darstellung von Muhammad Ali für den Oscar nominiert. Nicht ganz zu unrecht. Der Film ist episch und würdigt Ali als Sportler und Aktivisten. Er ist verhalten kritisch, auch das nicht zu unrecht. Ali war der Größte, der größte Boxer aller Zeiten. Diese Evaluierung des Sportlers zur Ikone liegt am politischen Engagement, an dem untrennbar vom Kampf im Ring stattfinden Kampf gegen ein System und eine Gesellschaft, die bis heute damit ringt, Rassismus überwinden zu wollen. Als Biopic und historische Annäherung an das Phänomen Ali ist dieser Film ein wichtiger.

10. Die Hölle ist in mir (1956)

Der Film erzählt die Geschichte des italo-amerikanischen Boxers Rocky Graziano, der 1947 Weltmeister im Mittelgewicht wurde und der sich durch Jugendanstalt, Jugendknast, Gefängnis und Army boxen musste, um irgendwann im Ring Frieden mit sich selbst schließen und den Gürtel holen konnte. Paul Newman wurde mit dieser Rolle zum Star.

11. Hurricane (1999)

„Here comes the story of the Hurricane/ The man the authorities came to blame/ For somethin‘ that he never done./ Put in a prison cell, but one time he could-a been/ The champion of the world.“
Bob Dyln besang den schwarzen Boxer Rubin Carter, der zu Unrecht verurteilt 20 Jahre im Gefängnis saß und erst 1996 rehabilitiert wurde. Denzel washington spielt den mittelmäßig begabten Boxer, dessen größter Kampf außerhalb des Rings stattfand.

12. Creed (2015)

Sylvester Stallone hat es seit Rocky stets geschafft, seine Filmfigur Rocky Balboa am Leben zu erhalten. Rocky wurde zu einer Marke. Einer der größten Leinwandhelden der Filmgeschichte. Neu erfunden hat er die Figur seit 1976 jedoch nie. In Creed spielt Rocky nur eine Nebenrolle, doch dafür spielt er sich selbst und läßt Raum für eine neue Generation, die so authentisch wirkt, wie einst der junge Rocky Balboa,the Italian Stallion.

In diesem Ranking fehlen so einige Filme. Einige davon kennen wir. Viele nicht. Über Tipps und Ergänzungen freuen wir uns.

(MB)

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